Trumps Strafzölle würden auch US-Autoindustrie treffen

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Donald J. Trump sorgt wieder einmal für Aufsehen. Mit der Ankündigung, nun Steuern auf Fahrzeuge zu erheben, die aus der Europäischen Union kommen, zielt er direkt auf das deutsche Wirtschaftsherz. Doch Trump übersieht, dass die Strafzölle auch extreme Auswirkungen auf das eigene Land hätten.

Schiff-Tanker

 

Der große Verlierer? Deutschland

Die Aussage, nun Steuern auf importierte Autos erheben zu wollen, die direkt aus der Europäischen Union kommen, sorgte für heftigen Unmut und viel Kritik. Doch Trump scheint im Zuge der Überlegungen vergessen zu haben, dass die Strafzölle auch Auswirkungen auf die Vereinigten Staaten haben werden.

Denn auch die US Hersteller würden massiv unter den Strafzöllen leiden – am Ende könnte der Plan sogar die Konjunktur in den USA dämpfen. „Leider zeigt sich immer mehr, dass Trumps ‚America First‘-Politik dafür sorgt, dass sich die Vereinigten Staaten isolieren“, so Brigitte Zypries, die Bundeswirtschaftsministerin (SPD).

„Seine Pläne werden nur einen kurzfristigen Erfolg erzielen. Auf lange Sicht werden die Auswirkungen durchaus negativ sein, sogar für die USA“.

Die deutsche Autoindustrie, die nun um die Gewinne aus den US Geschäften zittern muss, reagierte jedoch zurückhaltend, fast schon beschwichtigend. „Es ist wichtig, dass es nicht zu einem Handelskrieg zwischen Europa und den USA kommt“, so Bernhard Mattes, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (kurz: VDA).

„Bei Handelskriegen gibt es nur Verlierer.“ An der Börse blieb es ebenfalls ruhig; wer in deutsche Automobilunternehmen investiert hat und über seine Handelsplattform die Entwicklung der Wertpapiere überprüfte, konnte feststellen, dass die Bewegungen nur minimal ausfielen.

Auch die Ökonomen warnen vor unüberlegten Reaktionen und auch vor Aktionismus.

Reagiert man jetzt mit Handelsrestriktionen, so mag das zwar einem einzelnen Unternehmen helfen, doch am Ende verlieren die Verbraucher“, so Justus Haucap von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. „Die Folgen? Weniger Auswahl und höhere Preise.

Das wäre ein schlechter Deal.“ Zudem verwies Haucap auf die konjunkturelle Lage innerhalb Deutschlands. „Noch gibt es keine Notwendigkeit zu reagieren.“

Natürlich würde eine neue Einfuhrsteuer auf Autos von Herstellern, die innerhalb der EU beheimatet sind, die deutsche Fahrzeugindustrie mitten ins Herz treffen. Französische Hersteller exportieren beispielsweise gar keine Autos in die USA; auch Volvo, JaguarLandrover und FiatChrysler exportieren nur wenige Fahrzeuge in die USA.

Für die Deutschen sind die USA aber der Schlüsselmarkt – Deutschland wäre also der große Verlierer.

35 Prozent aller Fahrzeuge in den USA sind importiert

2017 wurden in den USA rund 17,25 Millionen Autos verkauft. 11,3 Millionen Autos wurden innerhalb der USA produziert – sechs Millionen Fahrzeuge wurden importiert. Das Problem an Trumps Plänen? Er schafft sich mit der Forderung ein extremes Problem, weil wenn auf alle Importautos eine Importsteuer verhängt werden würde, so würde Trump vor allem den eigenen Herstellern, also auch FiatChrysler, Ford und General Motors, schaden.

Denn jene Konzerne produzieren zahlreiche Autos im Ausland, die dann in die USA transportiert und verkauft werden.

„Kommt es zu einer Einfuhrsteuer auf Autos, so würde es in den USA eine kleine Revolution geben. Wer nämlich jedes dritte Auto um 20 Prozent teurer werden lässt, hat die Autokäufer als Freunde verloren“, so ein Experte. Ein genereller Importzoll könnte des Weiteren auch eine extreme Belastung für die US Autokonjunktur bedeuten.

„Das ist auch der Grund, warum Trump niemals eine generelle Einfuhrsteuer erheben kann“, so ein Insider.

Die Alternative? Einfuhrzölle könnte man für jene Länder erheben, in denen die Fahrzeuge produziert und dann in die USA eingeführt werden. Das würde vor allem Mexiko treffen. Immer mehr US Automobilhersteller haben sich für den Standort Mexiko entschieden, weil dort niedrigere Löhne zu zahlen sind. Vor allem Audi und Volkswagen produzieren in Mexiko ihre Fahrzeuge für die USA.

Da jedoch Trump weiß, dass die US Automobilindustrie auf den Vorteil der niedrigeren Kosten setzt, wenn die Autos in Mexiko produziert werden, bleibt dem Präsidenten der USA nur eine einzige Möglichkeit: Einfuhrsteuern ausschließlich für Fahrzeuge, die in der EU produziert werden.

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