Hohe Gebühren: Geldtransaktionen ins Ausland können teuer werden

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Die Globalisierung hat Entfernungen zwischen Staaten und Kontinenten scheinbar schrumpfen lassen – Produkte aus aller Welt sind heute überall zu erstehen. Auch von globalen Finanzströmen ist häufig die Rede, was private Kunden aber häufig noch ausschließt. Denn wird es einmal notwendig, Geld in ein Land außerhalb der Europäischen Union zu transferieren, drohen hohe Kosten.

Geldtransaktion und Überweisung ins Ausland

Kreditkarte im Urlaub verloren – was tun?

Egal ob Urlaub in Asien oder das Auslandssemester in den USA: Der Aufenthalt in weiter Ferne wird für junge Menschen heute immer selbstverständlicher. Günstige Flugverbindungen und eine zunehmende Internationalisierung der Arbeitswelt führen dazu, dass die weite Reise keine Ausnahme mehr darstellt. Für die Zahlung vor Ort wird üblicherweise eine Kreditkarte verwendet. Kommt es hier zu einem Verlust oder einer Beschädigung, drohen allerdings erhebliche Schwierigkeiten: Eine Neuversendung der Karte nimmt nicht nur einige Zeit in Anspruch, sie ist auch nicht bei jedem Anbieter ins Ausland möglich. Das Girokonto ist in vielen Ländern keine Hilfe, weil neue EC-Karten mit dem Symbol V PAY außerhalb Europas nicht mehr akzeptiert werden. Auch Überweisungen auf das Konto sind demnach nicht hilfreich, weil keine Auszahlung des Geldes erfolgen kann.

Eine Überweisung ins Ausland kann teuer werden

Selbst wenn es zu einer solch problematischen Situation nicht kommt, ist die Überweisung auf ein fremdes Konto in der Regel mit hohen Gebühren belegt, sofern der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA verlassen wird. Eine Überweisung auf die Philippinen, nach Ghana oder Marokko wird also teuer. Transaktionen werden dennoch immer häufiger notwendig, weil auch die Zahl der Arbeitsmigranten deutlich angestiegen ist. Dabei sind nicht nur Migranten in Deutschland betroffen, sondern auch viele Deutsche, die beispielsweise in der Schweiz arbeiten.

Banken erheben hohe Transaktionsgebühren auf Überweisungen

Die Kosten werden häufig als Pauschale im zweistelligen Euro-Bereich erhoben: Bei einem Betrag von bis zu 500 Euro verlangen die Banken üblicherweise mehr als zehn Euro an Gebühren; höhere Überweisungsbeträge werden dabei noch teurer. Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass die Gebühren in den letzten Jahren kaum gesunken sind. Durchschnittlich 12 Prozent vom Überweisungsbetrag müssen gezahlt werden, wenn Geld außerhalb des SEPA-Raumes zwischen zwei Bankkonten überwiesen wird. Innerhalb der EU sorgt die SEPA-Überweisung allerdings dafür, dass die Kosten nicht höher ausfallen, als bei einer Inlandsüberweisung.

Innovative Dienstleister könnten Markt aufrollen

SEPA Überweisung

Künftig könnten Start-ups versuchen, an dieser Situation etwas zu ändern. Der Newcomer Azimo bietet den günstigen weltweiten Geldtransfer als Service an. Im Unterschied zu etablierten Banken erlaubt das britische Unternehmen auch eine Barauszahlung vor Ort – selbst ohne Konto. Als Ausgabestellen fungieren unter anderem Postämter und Bankfilialen vor Ort, auch eine SWIFT-Zahlung oder Handyaufladung ist möglich.

Risiko Wechselkursverlust

Abgesehen von den hohen Gebühren für die Geldübermittelung bereichern sich viele Banken auch an den Wechselkursen, der für den Kunden besonders ungünstig gewählt wird. Weil viele Transaktionen zudem einige Tage in Anspruch nehmen, besteht hier ein noch größerer Spielraum, um einen ungünstigen Wechselkurs zu wählen. Kommt es beispielsweise zu einer Überweisung eines Lohnes in Schweizer Franken auf ein deutsches Konto, fallen die Verluste durch den schlechten Wechselkurs erheblich aus. Hier zeigt sich wieder einmal: Die Suche nach Alternativen kann sich lohnen.

Gastbeitrag zu den Kosten einer Überweisung von Stephanie Barnikol-Veit

(Bilder: Fotolia © Julien Eichinger | © RRF)

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