Gewerbliche Absicherung für Existenzgründer

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Gastbeitrag von finanzen.de AG

Mit dem Schritt in die Selbständigkeit ist ein erheblicher Zuwachs an persönlicher Freiheit und Verantwortung verbunden. Speziell der letztgenannte Fakt ist Existenzgründern nicht immer bewusst. Dabei ist gerade die Verantwortung für sich, die Familie und natürlich das Unternehmen wesentlicher Bestandteil der Existenzgründung. Es geht hier aber nicht nur um Fragen von Personalführung, Marketing oder Vertrieb. Zur Verantwortung des Existenzgründers gehört auch die Vorsorge – und zwar in allen Bereichen.

Sicherheit: Gewerbliche und private Risiken

Grundsätzlich muss man im Vorsorge- und Versicherungsbereich zwei grundlegende Bereiche trennen. Auf der einen Seite steht die gewerbliche Absicherung im Rahmen von Firmenversicherungen. Auf der anderen Seite die private Sicherheit. Jeder Unternehmer ist im Alltag besonderen Risiken ausgesetzt. Dazu gehören Unfälle, Krankheiten usw. Wer sich für die Existenzgründung entscheidet, muss auch an diese Risiken denken.

Einfaches Beispiel: Statistiken aus dem Jahr 2007 zufolge waren für 27 Prozent der Fälle von Berufsunfähigkeit bei Männern psychische Probleme der Auslöser. Allein diese Zahl macht deutlich, dass beide Bereiche – gewerbliche und private Absicherung – bereits bei Existenzgründern Hand in Hand gehen müssen. Denn gerade für die Berufsunfähigkeit wird mit einer Zunahme der Fallzahlen gerechnet.

Gewerbliche Risiken früh kalkulieren

Warum eine Firmenversicherung für Unternehmen – insbesondere den Existenzgründer – so wichtig ist, zeigt ein Blick in die Statistiken. So hat der GDV um Beispiel in seinem Jahresbericht aus dem Jahr 2009 für das vorvergangene Jahr im Bereich der industriellen Sachversicherungen allein für Großschäden einen durchschnittlichen Schadenswert von mehr als 5 Millionen Euro errechnet – pro Schadensfall. Kommt es in einem Start-Up etwa zu einem Brand in den Produktionsstätten, ist der finanzielle Schaden immens und lässt sich kaum stemmen.

Neben der Wiederbeschaffung stehen die Bänder still. Lohnkosten, Pacht, Leasingraten für die Fahrzeugflotte usw. fallen aber trotzdem an. Fakt ist, dass die Gewerbeversicherungen seitens der Existenzgründer bereits früh ins Auge gefasst werden müssen. Was heißt in diesem Zusammenhang aber früh? Bereits bei der Erstellung des Businessplans muss sich jeder Existenzgründer Gedanken über die Firmenversicherungen machen. Schließlich sind sie Bestandteil der einzusetzenden Kapitaldecke.

Das Problem: Die Versicherungsprämien lassen sich nur näherungsweise kalkulieren, da sie von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Einerseits ist in einigen Bereichen der Wiederbeschaffungswert – etwa für Immobilien oder Produktionsanlagen – ausschlaggebend. Auf der anderen Seite sind viele Firmenversicherungen auch vom Umsatzwert, Zahl der Beschäftigten usw. abhängig. In dieser Phase der Existenzgründung ist es ratsam, sich nicht einfach auf das Bauchgefühl, sondern auf professionelle Unterstützung zu verlassen.

Die passende Firmenversicherung finden

Bleibt die Frage, wie sich adäquate Gewerbeversicherungen finden lassen bzw. welche Policen ein Existenzgründer überhaupt benötigt. Hier raten Experten zum Checklisten-Prinzip. Das Prinzip ist denkbar einfach. Es werden einfach alle wesentlichen Risiken abgehakt, die im betrieblichen Alltag auftreten können.

Beispiel: Ein Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich mit Fahrzeugflotte sowie eigener Immobilie mit Ölheizung muss sich unter anderem gegen Haftungsrisiken (Personen-/Sachschaden Umweltschäden (durch Ölheizung die Ausstattung der Geschäftsräume/IT-Anlage (Brand, Einbruch, Leitungswasserschäden o. Ä.) und natürlich die Risiken im Straßenverkehr versichern. Kommt dann zum Beispiel noch der Warentransport hinzu, muss auch dieses Risiko über die Transportversicherung gedeckt werden. Letztere haben 2008 laut GDV ein Volumen von mehr als 1,7 Milliarden Euro angenommen.

In diesem Zusammenhang muss auch darauf hingewiesen werden, dass die Versicherungsleistung immer dem tatsächlichen Wert entsprechen sollte. Beispiel: Eine Werkhalle wurde mit 400.000 Euro versichert. Aufgrund verschiedener Faktoren ist der Aufbau aber 100.000 Euro teurer. Bei einem Brand werden drei Viertel der Halle zerstört. Die Versicherung zahlt aber nicht 375.000 Euro, sondern nur 300.000 Euro. Existenzgründer müssen den Wert der Versicherungen immer auf dem aktuellen Stand halten.

Firmenversicherung gilt als Betriebsausgabe

Eine Gewerbeversicherung ist in einigen Branchen sogar ein Muss. So darf in bestimmten Berufen zum Beispiel ohne entsprechende Haftpflichtversicherung keine Tätigkeit aufgenommen werden. Gleichzeitig sorgen die Firmenversicherung speziell bei Existenzgründern für eine deutliche Reduzierung des Risikos, setzen Kapital frei, da keine Rückstellungen für Schadensfälle usw. weiter gebildet werden müssen und lassen sich bei der Gewinnermittlung als Betriebsausgabe ansetzten. Erhöhte Aufmerksamkeit ist allerdings geboten, wenn in Versicherungsverträgen privater und gewerblicher Schutz kombiniert werden. Firmenversicherungen sind nicht nur für Existenzgründer von Bedeutung – jedes Unternehmen sollte sich schützen!

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