7 Antworten zu “Jesus und die Konsequenz – Erfolgsfaktor einer Weltreligion”

  1. Lieber Herr Schuster,

    ich verstehe Ihre Enttäuschung nicht. Ich meine, Sie haben ganz tolle Kommentare zu diesem Artikel erhalten. Kommentare, die Niveau haben und den Kern des Artikels erfassen.

    Meines Erachtens geht es im dem Artikel nicht um Religion und Glaubensfragen. Insofern verfehlt die Diagnose, die jüngere Generation betrachte Religion eher als Privatsache, den Kern des Artikels. Der Artikel ist kein Glaubensbekenntnis und fordert auch nicht dazu auf. Jesus und seine Glaubenslehre sind nicht Gegenstand Ihres Artikels, sondern Jesus und seine Glaubenslehre dienen als Beispiel für Ihre These, dass Konsequenz auf allen Ebenen entscheidend zum Erfolg eines Unternehmens beiträgt: 1. Konsequenz der eigenen Unternehmensidee und Unternehmensziele gegenüber, 2. Konsequenz der eigenen Person und den Mitarbeitern gegenüber, 3. Konsequenz bis in den Tod.

    In der Tat scheint mir der dritte Teil Ihrer These anstößig. Frau Wiegand hat das in ihrem Kommentar auf den Punkt gebracht und wohlwollend interpretiert. Es ist auch für mich als Mitwirkender an Ihrem Artikel grenzwertig, die Konsequenz Jesus‘ bis in den Tod auf das Unternehmertum zu übertragen. Mir ist keine Unternehmensidee bekannt, die es wert wäre, sich ans „Kreuz nageln zu lassen“. Das ist im Fall der Lehre Jesus‘ etwas ganz anderes: seine Lehre von der Nächstenliebe geht weit über denkbare Unternehmensideen oder Unternehmensziele hinaus und seine Konsequenz, dafür zu sterben, kann mich als Mensch tief berühren und glauben lassen. Das kann und sollte Folgen für mich als Unternehmer und mein unternehmerisches Handeln haben. Das sind dann aber Konsequenzen, die ich als gläubiger Christ ziehe und nicht als Unternehmer. Die Recherchen zu Ihrem Artikel haben mich mit zahlreichen Unternehmerinnen und Unternehmer bekannt gemacht, die genau diese Idee als gläubige Christen verwirklichen wollen.

    Deshalb scheint mir Ihr Artikel und die vermeintlich fehlenden Reaktionen darauf auch vollkommen ungeeignet, eine kulturkritische Diagnose über den Zustand unserer Gesellschaft zu erstellen. Es geht darin nun mal nicht um die Frage, ob die Lehre Jesus‘ oder die Lehre Mohammeds zu bevorzugen ist. Wie Sie richtig sagen, geht es Ihnen nur um die Konsequenz im Unternehmertum. Nicht mehr und nicht weniger.

  2. ingo Müllers sagt:

    Ja, lieber Herr Schuster, ich glaube, Jesus ist entweder zu heilig für die, die an ihn glauben, als das man nur so einfach einen Aspekt seines Wesens nehmen darf und ihn in diesem Punkt loben darf. Das Motto: ist doch klar, er als GOTT in Menschengestalt ist in allen Bereichen das perfekte Vorbild, das wissen wir doch sowieso …. und für die, die nicht an ihn glauben, ist er absolut uninteressant. „Jesus!? wer? Ach der Chef von den beiden sich dauernd streitenden Alt-Oma-Vereinen.“ Der an Ostern oder Weihnachten oder so gekreuzigt wurde oder so!? Ne, der interessiert mich nicht. Bin doch noch jung. Der ist mir schon zu lange tot. Als Vorbild absolut uninteressant. Bitte! Seitdem gab es wirklich viele modernere Persönlichkeiten. Was geht uns so‘n antiker Typ an, von dem man sowieso nicht weiß, was seine Nachfolger von den Geschichten erfunden haben und was wirklich so passiert ist….“

    Ich glaube, dazwischen gibt es einige wenige neutrale Menschen die offen und trotzdem Tolerant sind und nett interessiert, quasi uns zu liebe zuhören was wir über Jesus wissen oder behaupten zu wissen.

  3. Ich wundere mich, dass der Artikel weniger Zuspruch erhält, als ich erwartet hatte. Gestern sagte mir dazu ein Herr, dass die jüngere Generation Religion eher als Privatsache betrachte und darauf nicht ansprechbar sei. Insofern lehne eine breite Masse eine Ansprache mit Jesus ab, ja ich erreichte damit eher das Gegenteil. Diese Menschen wenden sich bei einem Titel mit „Erfolgsfaktor einer Weltreligion – Jesus und die Konsequenz“ ab und lesen das nicht.

    Die Welt ist wohl mehr entchristianisiert als ich das wahrgenommen hatte und als ich erwartet hatte. Mit Jesus, so die Aussagen verschiedener, die ich befragte, haben diese Menschen nichts oder wenig am Hut. Sie kennen die Bibel nicht, wissen kaum, was da drin steht. Ich dachte Europa und Deutschland habe seine Wurzeln im Christentum und habe eine christlich geprägte Kultur. Dem ist offenbar nicht so. Wenn ich, so ein Gesprächspartner, über die Muslime oder Mohammed geschrieben hätte, dann wäre der Zuspruch stärker.

    Dabei ging es mir nur um die Konsequenz im Unternehmertum. Puuuuh!

  4. Mein Kompliment, Herr Schuster und Herr Haake, für diesen Artikel zur Konsequenz. Vielleicht muss man sich für seine Geschäftsidee nicht gerade ans Kreuz nageln lassen, aber um herauszufinden, ob man wirklich von dem überzeugt ist, was man tut, könnte man sich fragen: „Kann ich mir vorstellen, genau das mit Freude und Überzeugung bis an mein Lebensende zu machen?“ Wenn die Antwort „Ja“ lautet, so kann man ziemlich sicher sein, weiterhin ein erfülltes und zufrieden stellendes Arbeitsleben vor sich zu haben. Wer hier verneint und sich in seinem Tun nur auf der Durchreise sieht, der sollte noch einmal überlegen, wo der Weg eigentlich hinführen soll. Auch hier ist Konsequenz gefragt – im Denken und im Handeln. Jesus war begeistert von seiner Idee. Er war überzeugt, dass seine Vision Wirklichkeit werden kann und ließ sich nicht davon abbringen. Konsequent ging er seinen Weg und kümmerte sich nicht um Kritiker, Neider und Konkurrenten. Die Botschaft lautet: Mit Überzeugung und Begeisterung fällt die dazugehörige Konsequenz ganz leicht. Wer weder überzeugt noch begeistert ist von dem was er tut, wird keinen Erfolg haben – und erst recht keinen epochemachenden Eindruck hinterlassen.

  5. Christiane Prang sagt:

    Liebe Autoren, ich muss sagen: ich bin wirklich von Ihrem Text über die Konsequenz Jesu beeindruckt! Ich denke, auch zu anderen Themen wie „Mitarbeiterführung, Hingabe oder Disziplin“ lässt sich viel am Bespiel Jesus Christus abschauen und lernen. Er war charismatisch, unbequem, klar und hingegeben. Nicht umsonst leitet sich ja der englische Begriff „Jünger“ = disciple von Disziplin, Ordnung und dem veralteten Wort „Gehorsam“ ab.

  6. Danke für diese wirklich eindrückliche Parallele zum Geschäftsleben. Da ich (zwar nicht kirchlich) aber gemäßigt-religiös bin leuchtet mir jede Zeile ein und „tut ein bisschen weh“. Das heisst: der Text berührt mich und ich kann etwas bei mir ändern.

  7. ingo Müllers sagt:

    der Text über Jesus und die Konsequenz gefällt mir sehr gut.

    Ingo Müllers-Steins

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